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Die NRZ berichtete über "Im Osten geht nicht nur die Sonne auf" von Klaus Templin

Freitag, 06 November 2015, Lesung in der Gaststätte Alt Peddenberg, Hünxe-Drevenack

Geschichten, die das Leben schreibt
Klaus Templin, 73, ist leidenschaftlicher Romanautor. Das vierte Buch liegt vor

von Petra Kuiper

Wesel. Viel Hoffnung hatte Klaus Templin nicht, als er seinen Brief ins indische Dharamsala schickte. Er hatte alles versucht, um mit dem Dalai Lama in Kontakt zu treten, sich an die Tibet-Zentren in Hamburg und Genf gewandt, sogar an die Tibetische Exilregierung. Schließlich fasste er sich ein Herz und schrieb "Seine Heiligkeit" direkt an, zehn Euro Rückporto für das erwünschte Autogramm legte er dazu. Keiner war überraschter als Klaus Templin selbst, als er tatsächlich eine Antwort aus Indien erhielt. "His Holyness" zeigte sich hocherfreut über seine Pläne und übersandte Grüße nach Wesel. Eine schönere Anerkennung kann sich ein Autor kaum wünschen.
So strahlt der 73-jährige auch über das ganze Gesicht, wenn er seine Geschichte erzählt, die eigentlich die seines neuen Buches ist. Klaus Templins vierter Roman "Im Osten geht nicht nur die Sonne auf" ist gerade erschienen, spielt in China und macht auch das Schicksal des Tibetischen Staatsoberhauptes zum Thema. Das gefiel dem Dalai Lama, ließ er Klaus Templin in seinem Antwortschreiben wissen. Außerdem legte er tatsächlich eine signierte Fotografie dazu. Klaus Templin hat das Bild in eine schützende Folie gesteckt und freut sich immer, wenn er es betrachtet. "Wer hat schon ein Autogramm vom Dalai Lama?", fragt er mehr rhetorisch.

Das fünfte Buch ist in Arbeit
Recht hat er, aber Klaus Templin ist auch nicht jedermann. Sondern ein Weseler mit außergewöhnlicher Geschichte. Im früheren Leben war er Leiter der Unteren Wasserbehörde in Duisburg und verfasste allenfalls Berichte und Fachaufsätze. Obwohl sich der eloquente Herr erinnert, dass ihm schon damals ein Lektor einen "belletristischen Einschlag" bescheinigt hat. Das behielt Templin im Kopf, wo es festsaß, bis er in Rente ging. Denn eins wusste der agile Obrighovener: "Nur auf der Couch sitzen wollte ich nicht."
Als er einen alten Bekannten wiedertraf, der ihm von seinem esoterischen Leben erzählte, waren die Weichen gestellt. Aus den Erinnerungen des Mannes entstand Templins erster Roman. "Und der Tag neigt sich dem Ende" dreht sich um ein von Fluch und Schicksal vorbestimmtes Dasein. Kontakte zu Verlagen besaß Templin aus der Zeit seiner Fachaufsätze. Nach ein paar Absagen fand er einen, der ihn druckte. Das war 2005. Damals war der Debütant 63 Jahre alt.
Ein zweites Leben als Schriftsteller hatte begonnen. Denn die Lust am Erzählen ließ Klaus Templin nicht mehr los. Inzwischen ist er von Duisburg nach Wesel gezogen. Und es sind weitere Romane entstanden. "Und neues Leben blüht aus den Ruinen" berichtet in Anlehnung an die eigene Biografie von der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte des zweiten Weltkrieges. "Gewogen & zu leicht befunden" schildert das Schicksal eines Tablettenabhängigen. Auch hier stand die Geschichte eines Kollegen Pate. "Tatsachenromane" nennt Klaus Templin seine Werke, "weil sie auf wahren Begebenheiten beruhen."
So ist es auch mit dem aktuellen Buch. "Im Osten geht nicht nur die Sonne auf" entstand aus der Erinnerung an eine China-Reise heraus, die Klaus Templin Ende der 90er Jahre unternahm. Seine Titelheldin, Christine, fliegt wegen ihres Interesses an fernöstlicher Heilkunst ins Reich der Mitte. Von Peking aus führt ihr Weg nach Lhasa in Tibet, wo sie mit der chinesischen Regierung in Konflikt gerät. Einige Erlebnisse beruhen auf eigenen Erfahrungen, manches schilderte ihm sein Sohn, der eine Zeit in Peking studierte. Andere Dinge las er in der Zeitung.

Zehn Euro Spende
Klaus Templin arbeitet nach keinem festen Schema. Wenn er eine Idee hat, beginnt er zu schreiben - das kann durchaus auch mitten in der Nacht sein. Er ist ein leidenschaftlicher Autor, "weil man beim Schreiben abtauchen kann in eine mediale Welt." So ist Roman Nummer fünf auch bereits in Arbeit. Worum es geht, verrät Templin jedoch noch nicht.
Zurzeit erfreut er sich noch an dem Bild seiner Heiligkeit. Und daran, eine gute Tat vollbracht zu haben: Die zehn Euro für das Rückporto behielt der Dalai Lama als Spende ein. Wenn das kein Glück bringt.



Lesung in Hünxe-Drevenack

  • Klaus Templin ist 1942 in Westpreußen geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Niedersachsen. In Duisburg war er Stadtoberamtsrat der Unteren Wasserbehörde. Heute wohnt er in Wesel.
  • "Im Osten geht nicht nur die Sonne auf" (328 S.) ist für 14,90€ im Fachhandel erhältlich (Mecklenburger Buchverlag, ISBN 978-3-944265-79-7)
  • Am 6. November 2015, 18 Uhr, liest Klaus Templin in der Gaststätte Alt Peddenberg in Hünxe-Drevenack aus seinem Roman.